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Alleine bleiben – es ist für euren Hund nicht „normal“


Wenn wir uns ein natürliches Hundeleben anschauen, dann ist „alleine sein“ nicht vorgesehen. Kein Wunder, also wenn ein Hund, der vom Menschen allein gelassen wird, mit Stress, sogar Panik darauf reagiert.
ABER ein Welpe und auch erwachsene Hund kann es lernen.
Hunde sind hochsoziale Tiere, deren natürliche Lebensweise auf das Leben in einer Gruppe ausgerichtet ist. Das Zusammenleben in einer Gruppe bietet dem einzelnen Hund Sicherheit und Schutz, denn gemeinsam ist man stark.
Im Leben mit uns Menschen sieh das anders aus. Wir können unsere Hunde nicht überall mitnehmen. Sie müssen also lernen, zumindest für einen kurzen Zeitraum auch einmal allein zu Hause zu bleiben. Und ich muss dazu aus Trainiersicht auch sagen, dass es für viele Hunde auch ein Segen ist, dass sie nicht überall dabei sein dürfen. (aber das ist ein anderes Thema😉)
In KLEINEN Schritten kann man dem Welpen beibringen: „auch wenn du mich mal nicht siehst, ich bin direkt wieder da!“
Noch nie habe ich soviele Anfragen zum „Alleine-bleiben“ Training erhalten. Woran kann das liegen?
Bei vielen Hunden handelt es sich um Hunde, die in der Coronazeit, immer ihre Menschen um sich hatten. Sie konnten am Schreibtisch liegen und schlafen, ist ihr Mensch aufgestanden, sind sie mitaufgestanden. Denn oft war dann ja die Zeit für die Aktion mit dem Vierbeiner. Es gibt auch Hunde, die nun erst neu in der Familie sind und in ihrem früheren Leben nie gelernt hatten, dass alleine zu sein, nichts Schlimmes ist.
Verliert ein Hund in der Natur den Anschluss an sein Rudel, macht er sich durch Jaulen, Heulen, oder Bellen auf sich aufmerksam, damit die Rudelmitglieder zu ihm zurückkommen.

Am besten startet man schon mit dem Welpen das Training
Auch wenn, ihr zZ denke „mein Hund muss nie alleine bleiben!“ Das kann ja auch sein, ABER es wird auch wieder eine Zeit sein, wo es nicht so ist. Und wenn es nur der Besuch beim Friseur oder Arzt ist. Und unser Leben verändert sich und wir wissen doch nicht, ob in ein paar Jahren immer noch alles so ist, wie jetzt. Denn auch das habe ich im Trainingsalltag leider schon oft erlebt. „Lydia, mein Mann und ich haben uns getrennt. Bello kann nicht so lange alleine bleiben, bis ich wieder von der Arbeit zuhause bin. Kannst du mir helfen ein neues Zuhause für ihn zu finden!?“ Das zerreißt mir das Herz.
Im Idealfall lernt der Hund das Alleinbleiben bereits im Welpenalter. Zieht der Welpe ab der neunten Woche in sein neues Zuhause, muss er hier von Beginn an lernen, einen kurzen Augenblick allein zu bleiben. Gehe dazu beispielsweise ins Bad oder einfach aus dem Raum und schließe die Tür, sodass der Welpe nicht hinterher kann. Nach wenigen Sekunden kommst du wieder heraus, sodass der Welpe lernt, dass er sich gar nicht aufzuregen braucht, wenn du einmal nicht da bist. Im nächsten Schritt die Zeit verlängern. Dann auch mal kurz aus der Wohnung gehen. Dein Welpe bleibt dabei in einem Raum, indem er sich wohl fühlt und wo sich sein Liegeplatz befindet.
Verhalte dich beim Zurückkommen so normal wie möglich. Also egal ob er süß dasitzt oder ein Malheur passiert ist. Komm einfach in den Raum.


Trennungsangst – Kontrollverlust?
Kann der erwachsene Hund nicht allein bleiben, muss man zunächst herausfinden, ob es sich um Trennungsangst oder um Kontrollverlust handelt.
Zwar ist der Trainingsweg in Bezug auf das Alleinbleiben bei beiden Ursachen ähnlich, doch in Bezug auf den Alltag müssen unterschiedliche Punkte berücksichtigt bzw. trainiert werden. Hunde mit Trennungsangst leiden tatsächlich unter der Angst, allein zu bleiben bzw. verlassen zu werden. Ursache hierfür kann ein Trauma sein, wie z.B. wenn der Welpe zu früh, von der Mutter getrennt wurde, oder auch der Verlust seines bisherigen Zuhauses. Es kann natürlich auch sein, dass der Hund das Alleinbleiben bisher einfach nicht erlernt hat, weil seine Menschen verpasst haben, ihm dies beizubringen, oder er z.B. als Straßenhund gelebt hat, sodass solche Anforderungen bisher nicht an ihn gestellt wurden.
Hunde mit Trennungsangst reagieren direkt nach dem Alleinlassen mit starkem Hecheln, aufgeregtem Hin- und Herlaufen mit Kratzen an der Tür, da sie dem Menschen folgen wollen, sowie mit Winseln, Fiepen und überwiegend Heulen, seltener auch Bellen. Das Winseln weist dabei auf das Unwohlsein des Hundes hin, durch das Heulen versucht der Hund, die Gruppenmitglieder zurückzurufen. Manche Hunde leiden auch einfach still vor sich hin, sie erstarren regelrecht. Bewegungslos liegen sie vor der Tür, bis der Mensch wieder zurückkommt. Nach einer kurzen freudigen Begrüßung fallen diese Hunde erschöpft in ihr Körbchen. Das größte Problem bei diesen Hunden liegt darin, dass die Menschen gar nicht mitbekommen, welchen Stress ihr Hund hat, und dass es ihm überhaupt nicht gut geht, wenn er allein bleiben muss. Sie beschreiben das Alleinbleiben des Hundes eher als unproblematisch. Kein Gebell, kein Gejammer, nichts wird zerstört, so wünscht man es sich doch. Der Hund aber leidet still vor sich hin und kann sich dem Menschen nicht mitteilen. Sollte Ihr Hund also nach längerem Alleinbleiben erschöpft ins Körbchen fallen, ist dies immer ein Alarmzeichen.
Im Alltag sind Hunde mit Trennungsangst auch eher in der Nähe des Menschen, sie laufen ihm hinterher, wenn dieser den Raum wechselt, und entfernen sich auch beim Spaziergang in der Regel nicht sehr weit. Kommt der Mensch zurück, wird er „begrüßt. Alleinbleiben fällt diesen Hunden überall schwer, sowohl in der eigenen Wohnung als auch z.B. im Auto. Wer beim Hund bleibt, spielt dabei keine Rolle, es kann irgendein Familienmitglied, ein guter Bekannter oder sogar ein Hundesitter, den Sie engagiert haben, sein. Für den Hund ist nur wichtig, dass er nicht allein ist.
Hunde mit Kontrollverlust dagegen leiden, weil sie es nicht ertragen können, dass sie nun auf ihren Menschen eine Weile nicht mehr aufpassen können. Sie fühlen sich verantwortlich für ihren Menschen, da sie das Gefühl haben, sich um ihren Menschen kümmern zu müssen. Einen kurzen Zeitraum ertragen diese Hunde daher das Alleinbleiben oftmals, da sie dem Menschen zutrauen, kurzfristig auch ohne ihn auszukommen. Daher kommt es meistens erst nach einer gewissen Zeit der Trennung zu Lautäußerungen, hierbei wird der Hund selten heulen, sondern eher lautstark und oft auch stundenlang bellen. Das Bellen weist dabei auf den Frust hin, den der Hund über die Abwesenheit des Menschen sowie das Eingeschlossensein empfindet. Daher werden nur selten Türen zerkratzt, vielmehr schnappt sich der Hund herumliegende Gegenstände des Menschen, die angekaut und zerstört werden.
 Im Alltag verfolgen diese Hunde ihren Menschen auf Schritt und Tritt. Dabei geht es dem Hund jedoch weniger darum, beim Menschen zu sein, als darum, diesen zu kontrollieren. Sie stellen sich z.B. in den Weg und begrenzen den Menschen, setzen sich gern auf die Füße ihres Menschen oder lehnen sich an dessen Beine an. Was wie zufällig wirkt und vom Menschen oft als „liebebedürftig“ und verschmust wahrgenommen wird, ist in dem Fall eigentlich ausgeübte Kontrolle. Kommt der Mensch zurück, springt der Hund ihn durchaus mit voller Wucht an. Das ist dann übrigens kein Zeichen von Freude, wie so oft angenommen wird, sondern viel eher eine Korrektur gegenüber Herrchen oder Frauchen, da diese einfach allein rausgegangen sind, ohne den Hund mitzunehmen. Solange „sein“ Mensch, für den er sich verantwortlich fühlt, ohne ihn weggegangen ist, hat er Stress und zeigt dies auch deutlich, auch wenn ein anderes Familienmitglied, ein Bekannter oder Hundesitter beim Hund bleibt.
Das Alleinbleiben lernen
Wie bereits erwähnt, unterscheidet sich das Training in Bezug auf das Alleinbleiben zunächst einmal nicht, egal ob die Ursache Trennungsangst oder Kontrollverlust ist.
Der Hund muss in sehr kleinen Schritten lernen, allein zu bleiben. In einem ersten Trainingsschritt soll der Hund dazu lernen, auf einem ihm zugewiesenen Liegeplatz liegen zu bleiben. Der Liegeplatz des Hundes sollte sich dabei an einem unstrategischen Platz befinden, also nicht direkt neben der Tür. Er sollte dem Hund ausreichend Ruhe ermöglichen, es bietet sich z. B. ein Platz in der Ecke neben der Couch an. Dein Hund soll den Liegeplatz positiv verknüpfen, belohn ihn daher anfangs dafür, wenn er sich auf dein Signal dorthin geht. Dieses Training so lange durchführen, bis dein Hund es sich auch von sich aus, also ohne dass du ihn auf den Platz geschickt hast, auf seinem Liegeplatz gemütlich macht. Bleib zu Anfang noch selbst im Raum, später kannst du diesen auch mal kurz verlassen., dann auch etwas länger. So lernt dein Hund, dass er dich nicht ständig verfolgen soll, bzw. dass er es aushalten kann, auch einmal kurz ohne deine direkte Nähe zu sein.
Schließ dann ruhig auch mal für einen kurzen Moment die Tür hinter sich, wenn du in einen anderen Raum der Wohnung gehst. So lernt dein Hund, dass du immer wieder zu ihm zurückkommst, wenn er dich nicht sehen oder hören kann. Natürlich muss er dabei nun nicht mehr auf seinem Liegeplatz liegen bleiben, denn das kann man ja auch gar nicht „kontrollieren“.
Wähle daher anfangs einen Augenblick aus, an dem sich dein Hund von sich aus auf seinem Liegeplatz niedergelassen hat.



Hunde sind sehr genaue Beobachter und können somit schon sehr früh erkennen, ob du gleich wirklich das Haus verlässt oder ob es sich um eine Trainingssequenz handelt. Denn wenn Du ihn wirklich allein lassen, ziehst du deine Jacke an, oder alleine das Geräusch des Schlüsselbundes sagt ihm „gleich ist mein Mensch weg!“ Behalten erst einmal die Jogginghose an oder gehe in Hausschuhen aus dem Haus. Parallel zu diesem Training müssen wir noch die sogenannten Schlüsselreize abbauen. Also auch mal Schuhe und Jacke anziehen und im Haus blieben. Du kannst zB den Schlüssel nehmen und dann nochmal ins Bad gehen oder einfach noch einen Kaffee trinken. Alle Schlüsselreize müssen nach und nach abgebaut werden, so das sie für den Hund so wenig Bedeutung haben. Wenn du weniger berechnend für deinen Hund bist, desto entspannter wird er auf diese Alltagsreize reagieren.

Weitere wichtige Trainingshinweise:
• Laste deinen Hund ausreichend aus, bevor du das Haus verlässt (z. B. durch Apportieren oder Nasenarbeit), dabei ist sowohl die körperliche als auch die geistige Auslastung wichtig! Ein ausgelasteter Hund wird sich eher entspannt hinlegen und ausruhen.
Geh allerdings nicht sofort nach dem Gassi oder nach dem Training weg. Sondern warte immer noch eine Weile, bevor du gehst. Da der Übergang von Aktion zu Ruhe für ihn sonst zu groß sein kann.
• Verabschieden dich nicht überschwänglich von deinem Hund.
• Auch die Begrüßung deines Hundes nach dem Zurückkommen solltest du nicht übertreiben. Es ist zwar vollkommen natürlich, dass ein Hund nach einer Trennung die zurückgekehrten Gruppenmitglieder begrüßt, jedoch verhalte dich ähnlich wie die Hündin es bei ihren Welpen, souverän und ruhig. Schließlich ist nichts Aufregendes passiert, und somit gibt es gar keinen Grund für eine überschwängliche Begrüßung.
• Bestrafen deinen Hund niemals, wenn er die Wohnung auf den Kopf gestellt, gebellt oder in die Wohnung uriniert hat. Du kannst dir sicher sein, er macht, das nicht, um dich zu ärgern! Er findet durch dieses Verhalten ein Ventil, um mit seinem Stress fertig zu werden, da er bisher noch keinen adäquaten Weg gelernt hat, in solchen Situationen mit Stress umgehen zu können. Nimm dir dies zum Anlass, im Training einige Schritte zurückzugehen, denn offensichtlich war Ihr Hund noch nicht so weit.
• Lass deinen Hund nur so lange allein, wie es der Trainingsstand zulässt. Während der Trainingszeit ist immer wichtig, dass du eine Möglichkeit findest, deinen Hund mitzunehmen bzw. durch einen anderen Menschen betreuen zu lassen.

von Lydia Müller 2. Februar 2025
„Lydia Ich möchte dir einfach Danke sagen!“ „Lydia, ich habe zZ so eine schwere Zeit…Und du bist mein Anker!“ „Lydia, Ich bewundere deine Geduld“ „Ich wollte dich mal wissen lassen, du hast so eine positive Energie“ „Ich bewunderte dich für deine Lebenseinstellung“ „ich möchte dir nochmals Danke sagen, du hast mich so sehr unterstützt, wieder auf meinen Weg zu kommen! „dein Bauchgefühl, DAS Ist der Hammer! Danke, dass ich so etwas erleben und fühlen durfte!“ Wowwww Was!? Wie!? Und was mache ich? Ich sitze hier und mir laufen die Tränen die Wangen runter… Ich bin gerührt bin geflasht Bin dankbar Einfach wowww Ich möchte euch, die mir solche Nachricht geschickt haben, sagen einfach Dankeschön 🙏 Diese Nachrichten machen so viel mit mir. Vielen lieben Dank! Zur Zeit sind wir in der Eifel und arbeiten von hier aus. Ganz wichtig für mich, mein Leben mit einem kranken Hund, mich immer wieder auf die schönen Momente zu fokussieren. Und glaubt mir, wenn das alles, was ihr mir da schönes schreibt, mich echt berührt. Es ist eine tägliche, Entscheidung JA zu sagen. Zu dem was ist. Und bei uns ist es nun nicht mehr die Sache, dass ich meinem Hund eine lockere Leineführung bei zu bringen muss. Sondern ich kann nichts mehr trainieren. (Eigentlich) ja wunderbar. Und dennoch gibt es auch bei mir Momente, wo ich mir einfach nur die Frage: „WARUM ich?“ stelle. Mein kleiner Neffe hatte diese Frage mal mitbekommen, als ich mit seiner Mutter sprach“. Er kam um die Ecke und sagte „Lydi, weil DU DAS KANNST! Myla wir lieben dich auch!“ Oh mein Gott, ich kann nur sagen, dieser kleine Mann hat so ein Einfühlungsvermögen. MEGA. Und soll ich dir noch was sagen: Wir alle haben Einfühlungsvermögen und Bauchgefühl. Nur oft wird es unterdrück, man möchte ja keine Fehler machen und fragt und liest. Und ja, das ist auch gut. Aber die Momente der Stille, kommen in vielen Alltagsleben bei Mensch und Hund zu kurz. Hier in der Eifel, kann ich einfach sagen: „los gehen, Gedanken kommen lassen und wieder ziehen lassen. Ja, es ist einfach. Aber der erste Schritt ist, „Ja, ich will etwas verändern“ DANN muss ich erst einmal ins tun kommen und dann in die Umsetzung und dann kann es echt wunderbar werden. Nehmen wir uns doch ein Beispiel an unseren Hunden. „im Hier und jetzt zu leben und nicht uns selber mit Gedanken runterzuziehen“ „ich freue mich, wenn es regnet. Denn wenn ich mich nicht freue, dann regnet es auch“ (Karl Valentin) Und ich freue mich auf viele schöne Momente mit dir und deinem Hund. Schreib mir gerne, wir machen einen kostenlosen Telefontermin aus und wir finden, dann was Passendes für euch. *1:1 Trainings * Intensivtraining * Urlaub mit Hund in der Eifel und auch an der Mosel 😉 und Gruppenstunden sind möglich. Ich freue mich auf deine Nachricht: Gerne an info@lydia-mueller.de oder per WhatsApp an 0152/56098753
von Lydia Müller 28. November 2024
Das Thema mit der entspannten Leinenführung Dieses Thema gehört definitiv zu den Top 3 bei den meisten Hundebesitzern. Warum das so ist? Es ist wie mit allem: Es kann schwer oder auch einfach sein. Wichtig bei der Sache mit dem „locker an der Leine gehen“ ist, dass dies sowohl für den Zwei- als auch den Vierbeiner positiv aufgebaut wird – oder gegebenenfalls wieder neu aufgebaut werden muss. Dann geht es darum, in kleinen Trainingsschritten zu üben und die Ablenkungen langsam zu steigern. Schließlich lernt man bei seiner ersten Klavierstunde auch nicht direkt „Für Elise“ zu spielen. Hunde sind Rudeltiere und schließen sich gerne an. Das dauert in der Regel nicht lange. Der Zweibeiner muss jedoch verstehen, was es bedeutet, zu führen. Das ist so viel mehr, als nur die Leine zu halten! Denn die Leine ist nur eine Verbindung. Ich sage immer wieder: „Stell dir vor, eure Leine ist eine Luftschlange. Wenn du oder dein Hund daran zieht oder zerrt, wird sie reißen!“ Wo steht dein Hund im Alltag? Verfolgt er dich? Begrüßt er dich, und wenn ja, wie? Wer trifft im Alltag die meisten Entscheidungen? Kann dein Hund auch mal auf einer Decke entspannen, oder läuft er dir ständig hinterher? Was machst du in solchen Situationen? Leinenführung bedeutet, selbst souverän, gelassen und präsent zu sein. Nur so vermitteln wir unserem Hund, dass wir in der Lage sind, die Führung und Verantwortung zu übernehmen. Wir können nicht von unserem Hund erwarten, dass er entspannt ist, wenn wir es selbst nicht sind. Wer führen will, muss auch schnell Entscheidungen treffen können. Oft sehe ich, wie Hundebesitzer ihren Hund anschauen und abwarten, ob er die „richtige“ Entscheidung trifft. Hilf deinem Hund! Triff du die Entscheidung, dass der fremde Hund nicht angebellt wird – zum Beispiel, indem du deinen Hund hinter dich bringst. Sag nicht: „Ach, ich warte mal, ob Henry das jetzt endlich richtig macht.“ Wenn Sam auf ihn zurennt, musst du bereits handeln. Im Großen und Ganzen hängt es davon ab, wie schnell du lernst, souverän und liebevoll zu führen. Wenn dir das gelingt, wird sich dein Hund schnell und gerne an dir orientieren! Ich helfe dir und deinem Hund gerne dabei. Schreib mir eine E-Mail oder fülle das Kontaktformular aus.
von Lydia Müller 28. November 2024
Wir wissen es doch eigentlich alle: "Hunde sind keine Menschen. Sie leben im Hier und Jetzt. Sie sind in ihrem Körper und nicht in ihrem Kopf. Sie schämen sich nicht wegen gestern und sorgen sich nicht wegen morgen. Für Hunde steht die soziale Beziehung an erster Stelle. Sie wollen keine Zeit optimieren und streben nicht ehrgeizig nach Perfektionismus. Sie sehen anders, hören mehr und riechen besser. Sie haben ihre eigenen Talente, Fähigkeiten und Interessen. Sie sind Hunde!" Diese Worte stammen von einer Trainerkollegin, und ich kann ihnen zu 100 Prozent zustimmen. Meine Myla ist vor wenigen Tagen fast blind geworden. Und doch zeigt mir dieses liebenswerte Wesen auch jetzt wieder, wie wichtig es ist, im „Hier und Jetzt“ zu leben. Gerade in den letzten Monaten durfte ich so viel von ihr lernen, und ich bin immer wieder fasziniert, wie Myla mich und meine Emotionen spiegelt – wie ein Seismograph. Wir gehen nun noch achtsamer durch die Natur. Vielleicht probierst du bei deinem nächsten Spaziergang mit deinem Hund einmal Folgendes aus: Nimm die Umgebung so wahr, wie es dein Hund tun würde. Was hörst du? Was siehst du? Wie riecht es? Fokussiere dich ganz auf den gegenwärtigen Moment und atme dabei bewusst tief ein und aus. Und wenn deine Gedanken abschweifen? Dann kehre einfach wieder zurück. Vielleicht wirst du überrascht sein, wie gut und beruhigend sich diese Übung anfühlt. Teile deine Erfahrungen gerne mit mir – per Mail oder WhatsApp. Ich freue mich darauf, von dir zu hören!
von Lydia Müller 18. Oktober 2024
Oh ja, DAS ist eine gute Idee! Möchtest du gemeinsam mit deinen Lieben ( Vierbeiner und auch gerne weiteren Zweibeinern aus eurer Familie) und mit mir Training und Erholung verbinden? Dann schreib mir gerne, ich schicke dir unverbindlich Vorschläge für euch zu.
von Lydia Müller 18. Oktober 2024
Suche nach kleinen Gegenständen – Nasenarbeit als Auslastung Hier verbindet wir geistige UND körperliche Auslastung für deinen Hund. Die Suche nach kleinen Gegenständen kannst du Indoor und auch Outdoor mit deiner Fellnase ausleben. Ein großer Vorteil bei dieser Beschäftigungsform, dein Hund ist körperlich und mental ausgelastet. Denn wenn nur die körperliche Auslastung allein im Vordergrund steht, führt das häufig dazu, dass Hunde schnell besser trainiert sind als ihre Besitzer. Oft höre ich, „Lydia, nun waren wir eine Stunde joggen, Hasso, macht eine kleine Pause und nach einer Stunde will er wieder raus.“ Ja, denn bei „nur“ körperlichen Beschäftigung fehlt einfach die geistige Beschäftigung. Das ist wie bei uns Zweibeinern, nur Sport alleine macht auch nicht zufrieden und glücklich. Vielleicht noch ein Kreuzworträtzel, ein Puzzle machen oder was lesen. Je nach Veranlagung. Die regelmäßige Bewegung eines Hundes ist natürlich essenziell, sollte jedoch immer unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse und der aktuellen Rahmenbedingungen erfolgen. Ein älterer Hund, der möglicherweise bereits unter Gelenkproblemen leidet, wird mit einer anspruchsvollen Wanderung überfordert sein. Für einen jüngeren Hund ist dies vielleicht genau die richtige Herausforderung. Zudem spielen Wetterbedingungen eine entscheidende Rolle: Bei Regen, Schnee oder großer Hitze kann es schwieriger sein, eine angemessene körperliche Auslastung zu gewährleisten, und in manchen Fällen kann es sogar gesundheitsschädlich sein, den Hund intensiv zu bewegen. Die geistige Auslastung, ist eine wertvolle Ergänzung zur körperlichen Betätigung. Besonders gut geeignet ist hierfür der hochentwickelte Geruchssinn des Hundes, der ein zentrales Element seiner natürlichen Fähigkeiten darstellt. Hunde sind in der Lage, Gerüche in einer Konzentration von 1:1.000.000.000.000 (eine Billion) wahrzunehmen. Zum Vergleich: 10 % der Gehirnleistung eines Hundes sind für das Riechen reserviert, während es beim Menschen lediglich 1 % sind. Die Fläche der Riechschleimhaut eines durchschnittlichen Hundes beträgt etwa 150 cm², während sie beim Menschen nur 10 cm² misst. Zudem verfügt ein Hund in der Größe eines Labradors über etwa 250 Millionen Geruchsrezeptoren, während der Mensch lediglich über rund 5 Millionen verfügt. Diese beeindruckenden Fähigkeiten machen sich Hundehalter bei der sogenannten Zielobjektsuche zunutze. Der Hund wird dann auf die Suche nach diesem Gegenstand geschickt. Ziel ist es, dass der Hund den Gegenstand findet und ihn anzeigt, indem er sich davor ablegt, ohne ihn jedoch aufzunehmen. Dieser Vorgang erinnert stark an die Arbeit von Such- oder Spürhunden, wie sie bei der Polizei eingesetzt werden, und ist im Prinzip nichts anderes als eine Form der Ausbildung zum Spürhund für den eigenen Hund. Mit fortschreitendem Training können die zu suchende Gegenstände immer kleiner werden, bis hin zu winzigen Objekten wie einer 1-Cent-Münze, die beispielsweise auf einer Wiese versteckt wird. Die Zielobjektsuche erfordert von Deinem Hund höchste Konzentration und Ausdauer. Es ist faszinierend zu beobachten, wie intensiv Hunde bei der Nasenarbeit arbeiten und wie sehr sie diese Aufgabe fordert. Bereits 5–10 Minuten intensive Nasenarbeit können für Deinen Hund so auslastend sein wie ein 45–60-minütiger Spaziergang. Dabei sollte jedoch betont werden, dass Nasenarbeit die körperliche Bewegung nicht vollständig ersetzen kann, aber sie bietet eine hervorragende Ergänzung und sogar eine Alternative, wenn ein ausgedehnter Spaziergang einmal nicht möglich sein sollte, sei es aufgrund extrem hoher Temperaturen, schlechtem Wetter oder körperlichen Einschränkungen des Hundes. Insgesamt trägt eine ausgewogene Mischung aus körperlicher Bewegung und geistiger Auslastung entscheidend zur Gesundheit und Zufriedenheit Deines Hundes bei.
von Lydia Müller 30. März 2024
Das ist sicherlich Nicht sehr vielen Menschen bewusst. Nur ist vielen nicht bewusst, dass man nicht auf jedes bellen gleich reagieren sollte. Zum Beispiel, wenn ein Hund an der Terrassentür steht und bellt, sagen viele Menschen im Training zu mir: „Lydia, ich finde es toll, er zeigt mir, dass er raus muss!“ ‚ Nun klar kann das praktisch sein. Es ist nur hier die Frage: Wer entscheid hier und wer agiert hier? Es gibt Hunde, die stehen in einer Stunde 5mal an der Tür und 5mal geht die Tür auf. Oder im Sommer steht sie die ganze Zeit auf. Der Hund kann entscheiden, ob er drinnen oder draußen liegt. Je nach Hund und Lebenssituation vielleicht auch kein großes Problem. Aber aus der Sicht des Hundes, hat er die Aufgabe: „ich muss hier aufpassen und alles melden, kommentieren und auch verbellen.“ Oft würden z.B. die Spaziergänger, die draußen gerade vorbei gehen, auch weitergehen, wenn da kein Hund bellen würde. Aber das weiß der Hund (noch) nicht. 😉 und wer hat es ihm (unbewusst) beigebracht? Der Mensch. Frauchen oder Herrchen haben es aus deren Sicht ja nur gut gemeint. „Es ist doch eh alles eingezäunt und er kann nicht weglaufen. Und manchmal freut sich die Nachbarin auch, wenn der Hund sie begrüßt und bellt und sie wirft ihm dann ein Leckerchen zu!“ Und ich kann dazu nur sagen: „WER hat nun entschieden? Und wer hat die meisten Entscheidungen heute getroffen? Wer trifft in einer Firma die Entscheidungen? Der Chef/die Chefin oder der Praktikant?“ Nun ja, für dich ist dein Hund sicherlich mehr, als ein Praktikant. 😉 Je mehr Entscheidungen dein Hund trifft, desto schwerer wird ihm klar zu machen, dass er sich z.B. auf dich in allen Situation verlassen kann. Das ist dann somit für dich und auch ihn stressiger. Ich bekomme aber auch oft die Antwort: „Lydia, wir ignorieren, wenn er bellt. Er hört ja auf, wenn er möchte oder wenn der Mensch am Zaun weitgegangen ist…“ Auch hier erstens die Frage: „WER hat nun entschieden??!“ Und zweitens ist ignorieren hier leider absolut fehl am Platz. Denn wenn ein Hund z.B. etwas hört, guckt er in die Richtung, wufft und läuft dann vielleicht hin und bellt. Hier wäre es sinnvoll, wenn der Mensch schon beim Kopf hoch heben in die Richtung gehen würde und z.B. aus dem Fenster gucken würde und somit dem Hund signalisiert „Hey, danke für´s Anzeigen/Melden des Reizes, ich übernehme nun für unsere Sicherheit, du darfst dich entspannen“ Dann gibt es die Hunde, die bellen, wenn der Mensch einen Ball oder das Spielzeug in die Hand nimmt. Der Mensch sagt vielleicht noch „leise“ oder so was, aber der Hund bellt sofort und spätestens, wenn der Mensch den Arm zum Werfen hochnimmt, dann geht ein Konzert los. Dies hört dann wieder auf, wenn der Hund dem Ball hinterlaufen kann. Der Hund wirft den Ball, vor die Füße des Hundemensch und bellt. Sein Mensch hebt den Ball auf und schon startet, dass „Bell-Spiel“ von vorne. Um das Bellen abzugewöhnen, wäre es hier nötig, NICHT zu werfen, solange er bellt. Und NICHT reagieren -> nicht reden. Und ggfs. mit einem Gegenstand starten, der nicht so hoch im Kurs steht, wie zum Beispiel der Lieblingsball. Viele Spaß und teilt mir gerne eure Trainingsweg mit.
von Lydia Müller 2. Februar 2024
Gastro Training Was ist das? Wie oft höre ich im Training ich möchte gerne mal mit meinem Hund ins Café gehen. Kannst du bitte mitkommen. Klar kann ich das. Aber ihr wollt ja auch in eurem Alltag ins Café oder Biergarten. Zum Beispiel mal nach einer Wanderung und mich nicht immer dabei haben 😉 Ja ich gehe aber nur gerne rein, wenn sonst keiner da ist. Das wäre aber schlecht denn, wenn nie einer da ist, würde dieses Café bestimmt auch bald schließen. :) Aber klar, ich verstehe euch, dass es oft zu viel Ablenkung ist, wenn ein anderer Hund reinkommt oder eben ein Kellner an den Tisch kommt oder Kellnerin;) Und so ist dieses Gastrotraining entstanden. Ich habe ein Café in Trier gefunden, wo wir gemeinsam unsere Hunde alltagstauglich fürs Café machen können. Einmal im Monat haben wir jetzt vor, uns im Café Rats in Trier zu treffen. Wenn du mit dabei sein magst, melde dich gerne unter der Rubrik „Themengruppenstunden“ an. Du möchtest lieber erst einmal im Einzeltraining mit mir und deinem Vierbeiner ist Café? Das geht auch, schreib mir eine Nachricht oder buche eine Einzelstunde. Ich freue mich euch zu unterstützen. Termine findet hier HIER: https://www.lydia-mueller.de/termine
von Lydia Müller 24. Januar 2024
Halsband oder Geschirr – Nicht nur eine Glaubensfrage? Experteninterviews vom 27.06.2018 Die Auswahl von Halsbändern und Geschirren ist riesig und Hundehalter wissen oftmals nicht, wie und wann diese eingesetzt werden und was sie beim Kauf beachten müssen. Fakt ist: Sowohl ein Halsband als auch ein Geschirr haben Vor- und Nachteile. Eine individuelle Betrachtung je nach Hund und Situation ist sinnvoll. Wir befragen hierzu Lydia Müller Den kompletten Artikel findest du hier: https://www.martinruetter.com/angebot/wissenswertes/experteninterviews/nachgefragt-dogs-experteninterview/artikel/halsband-oder-geschirr-nicht-nur-eine-glaubensfrage/
von Lydia Müller 24. Januar 2024
Hier gibt es noch einen tollen Artikel: https://hunderunden.de/hundeschule/erziehung-hund
von Lydia Müller 12. Januar 2024
Jagen ohne Jagdschein. Vielleicht kennst du das, eben war die Welt noch in Ordnung, dein Hund war neben dir und dann ist er einmal weg. Hier hört man oft: deinem Hund ist langweilig, du musst ihn mehr beschäftigen. Oder du musst strenger sein und ihm das Jagen abtrainieren. Jagen abtrainieren ist aus meiner Sicht nicht möglich, aber gemeinsames Jagen. Und dafür braucht ihr keinen Jagdschein. Der erste wichtigste Punkt hier ist, wir arbeiten mit den Bedürfnissen deines Hundes, und nicht gegen sie. Mein großes Ziel ist, dass du und dein Hund glücklich, entspannt und mit Freude gemeinsam in der Natur unterwegs seid. Und deswegen ist auch das gemeinsame Training immer fair, positiv und freundlich. Denn wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel! In meinem Kurs sind nicht nur Jagdhunde willkommen, sondern alle Hunde, die Jagdleidenschaft haben. Oder auch wenn ihr noch keinen Jagdnase habt und ihr es auch nicht erst zu selbstständigen Jagen kommen lassen wollt.
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